Vier Tage Rom: Pizza zum Frühstück, Geheimspots und viel zu viele gute Restaurants
Vier Tage Rom mit Christine: vom Duschschock in Trastevere über das Kolosseum, den versteckten Blick in der Via del Cardello und den Trevi-Brunnen um halb 10 bis zum Espresso für 2 Euro im Chiostro del Bramante und der Kuppel des Petersdoms im Nebel. Unser Städtetrip mit allen Geheimtipps, Bars und Restaurants.

Unsere Route auf einen Blick
Keine Rundreise, sondern eine Stadt – die Karte zeigt alle Tipps aus dem Beitrag: Viertel, Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars · Zahl = Reihenfolge im Reisebericht · Klick auf einen Marker führt zur passenden Textstelle · schematische Darstellung, im dichten Trastevere und rund um den Piazza Navona sind die Punkte leicht auseinandergezogen
Inhalt+
- Ankunft in Trastevere und ein eiskalter Start
- Kolosseum: Gladiatoren, Menschenmassen und ein Geheimspot
- Die besten Ravioli hatte Christine
- Centro Storico: Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen und Spanische Treppe
- Über den Tiber nach Prati und hinauf zur Villa Doria Pamphilj
- Streetfood und Barhopping in Trastevere
- Tag der Geheimtipps: Tiramisu, Innenhof und Dachterrasse
- Der letzte Abend bei Tonnarello
- Früh aufstehen für die Kuppel des Petersdoms
- Was der Trip gekostet hat
- Galerie
- Q & A
Ankunft in Trastevere und ein eiskalter Start
Und da sitzen wir mit einem Vino in der Hand, dazu Chips, Nüsse und Oliven, während wir das bunte Stadttreiben in Trastevere genießen. Was liebe ich die italienische Kulinarik.
Gestartet ist der Trip allerdings mit einer ordentlichen Verspätung: Erst gegen 2 Uhr nachts kommen wir in unserer kleinen Unterkunft mitten in Trastevere an. So beginnt unser nächster Morgen direkt in einem der Szeneviertel Roms. Unsere Unterkunft ist zwar eher eine Garage, liegt dafür aber im Herzen des Viertels und nur einen kleinen Spaziergang vom Zentrum entfernt. Nachdem wir nach dem Aufstehen feststellen, dass wir kein warmes Wasser haben, müssen wir uns erst einmal vom Duschschock erholen.
Danach laufen wir am Fiume Tevere entlang und lassen uns einfach von der Stadt treiben. Schon auf den ersten Blick bin ich beeindruckt von den Märkten und in jeder Gasse verbirgt sich der Eingang zu einer Basilika, eine schöner als die andere. Allein das Centro Storico hat rund 200 bis 300 Kirchen.
Kolosseum: Gladiatoren, Menschenmassen und ein Geheimspot
Zuerst schlendern wir am nicht zu übersehenden Kolosseum vorbei. Schon von außen ist es beeindruckend, also kaufen wir Tickets für einen späteren Zeitslot. Rom ist ein einziges riesiges Museum, überall kommen einem Ausgrabungen und Werke der alten Römer in den Weg. Das Frühstück leiten wir feierlich mit einer Pizza ein, man muss schließlich ausnutzen, dass wir in Rom sind!
Im Kolosseum selbst kann man sich gar nicht vorstellen, dass hier einst Gladiatoren um ihr Leben gekämpft haben oder gegen wilde Tiere angetreten sind. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind, dennoch ist die Architektur beeindruckend. Mich fasziniert am meisten, dass sich die komplette Arena mit Wasser fluten ließ, um dort Schiffsschlachten nachzustellen.
Weil das ganze Kolosseum sehr überlaufen ist und ich ja bekanntlich Geheimspots liebe, suchen wir uns eine Gasse, an deren Ende man einen wunderbar versteckten Blick auf das Kolosseum hat. Ich bin selbst ein bisschen stolz, diesen Spot gefunden zu haben. Kleiner Tipp für alle, die Rom noch auf ihrer Bucketlist haben: Via del Cardello.
Die besten Ravioli hatte Christine
Leider entscheide ich mich abends gegen die Ravioli. Meine Nudeln haben zwar fantastisch geschmeckt, aber Christine hat wohl die besten selbst gemachten Ravioli gegessen, die je gemacht wurden. Dieses unfassbar leckere Essen findet ihr in Trastevere bei Pasta e Vino. Natürlich gibt es zur Pasta auch einen Rotwein und zum Abschluss ein ebenso fantastisches Tiramisu. Kugelrund verlassen wir den Laden.
Mittlerweile hat es angefangen zu regnen, irgendwie hat das aber einen Charme: Wir setzen uns auf einen Wein unter eine Markise und beobachten die Leute, die versuchen, nicht nass zu werden. Gegen 22 Uhr machen wir noch einen Late-Night-Spaziergang durch unser Viertel. Ich stelle jetzt schon fest, dass wir viel zu viele gute Restaurants für die wenigen verbleibenden Abende haben und leider auch viel zu schnell satt sind.
Centro Storico: Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen und Spanische Treppe
Der nächste Tag startet früh. Uns macht es Spaß, Rom ohne öffentliche Verkehrsmittel zu erkunden, man könnte ja sonst etwas von der traumhaften Stadt verpassen. Und so beginnt unser Spaziergang ins Centro Storico. Piazza Navona, das Pantheon, der Trevi-Brunnen sowie die Spanische Treppe liegen nah beieinander und meine Empfehlung lautet: früh aufstehen! Um halb 10 ist es am Brunnen schon unfassbar voll, aber immerhin kann man ihn sehen.
Bei ein paar heißen Maronen genießen wir oben an der Spanischen Treppe den traumhaften Blick über Rom und schon denken wir wieder über Pizza nach.
Über den Tiber nach Prati und hinauf zur Villa Doria Pamphilj
Nachdem wir uns von dem schönen Ausblick verabschiedet haben, starten wir unseren 25-minütigen Spaziergang zu einem Restaurant, das wir uns in Prati herausgesucht haben. Der Weg führt nicht nur am Castel Sant'Angelo vorbei, sondern eröffnet uns auch schon den ersten Blick auf den Petersdom, auch wenn der heute nicht auf dem Programm steht. Ich dachte schon, die anderen Kirchen hätten mich beeindruckt, aber der Petersdom mit seiner langen Straße davor sieht schon von Weitem beeindruckend aus.
Prati liegt am Westufer des Tibers und ist eher ein gehobenes Viertel, die Architektur ist hier nicht ganz so beeindruckend wie in den älteren Teilen der Stadt. Von hier nehmen wir zum ersten Mal einen Bus in einen Park, der etwas oberhalb der Stadt liegt. Endlich mal dem Stadtlärm zu entkommen, tut ganz gut. Vor allem dem Sirenensound der Krankenwagen, ich sag's euch, der verfolgt einen auch noch nachts. Der Blick auf die Villa Doria Pamphilj lohnt sich absolut und so schlendern wir an zahlreichen Orangenbäumen vorbei durch den Park und genießen die Ruhe abseits des Tourismus.
Zurück fahren wir nicht mit dem Bus, sondern laufen den kleinen Hügel wieder hinunter, wobei wir das ein oder andere Mal die tolle Aussicht über Rom genießen können.
Streetfood und Barhopping in Trastevere
Nach einer kleinen Pause von den vielen Schritten folgen wir am Abend der Empfehlung des Italieners, der im Flugzeug neben mir gesessen hat: italienisches Streetfood bei Trapizzino. Die Optik in einem dreieckigen Brot kommt einem Döner gleich, aber so sehr ich das italienische Essen auch liebe, Trapizzinos verlieren ganz klar gegen einen guten deutschen Döner. Außerdem war das Ganze nur ein Appetizer, also beschließen wir, noch weiteres Streetfood zu testen. Arancini, gefüllte und frittierte Reisbällchen, die eher traditionell sizilianisch sind, entsprechen schon eher meinem Geschmack. Leider sind wir viel zu schnell satt davon.
Also machen wir in unserem wunderschönen Viertel noch ein kleines Barhopping und hier kommen meine Geheimtipps. Die Bar San Calisto hat einfach einen Vibe: Es gibt super günstige Drinks to go und davor ist immer was los. Jeder hat einen Aperol oder ein Bier in der Hand und einfach gute Laune. Nachdem wir mit unserem preiswerten, aber super leckeren Aperol erneut durch die Straßen Trasteveres geschlendert sind, verschlägt es uns den Rest des Abends in die Bar Santa Maria. Mit Blick auf die Piazza di Sant'Apollonia genießen wir einen guten Rotwein, garniert mit Oliven, Chips und Erdnüssen. Die Stühle sind beide Richtung Piazza gerichtet, so lässt es sich gut aushalten und beobachten. Anschließend gibt es noch ein Eis und wir gehen mit Bauchschmerzen ins Bett – aber dafür hat es sich gelohnt.
Tag der Geheimtipps: Tiramisu, Innenhof und Dachterrasse
Unser nächster Tag startet mit einem Tiramisu von Two Sizes. Warum sollte man den Start in den Tag mit einem klassischen Frühstück verbringen, wenn man in Italien ist? Wir genießen das Tiramisu in der Sonne am Piazza Navona.
Als Nächstes steht ein Geheimtipp an, den ich auf TikTok gefunden habe: Das Chiostro del Bramante ist eine Art Museum, das fantastisch aussah, vom Café aus habe man einen wunderschönen Ausblick auf den bunten Innenhof. Nach langem Suchen finden wir das versteckte Gebäude, schon wieder sind wir beeindruckt, wie viele Kirchen sich auch in den Seitengassen Roms finden lassen. Dann die Enttäuschung: Das Museum soll etwa 25 Euro pro Person kosten – naja, so sehr interessiert mich die Kunst auch nicht. Wir besprechen uns kurz und beschließen, nicht ins Museum zu gehen. Aber dann kommt mir der Gedanke mit dem Café und ich frage höflich, ob es denn nicht möglich wäre, dort einfach nur einen Kaffee zu trinken. Und wieder einmal werde ich dafür belohnt, einfach nur freundlich nachzufragen: Für nur 2 Euro schlürfen wir unseren Espresso und genießen den Ausblick auf den schönen Innenhof.
Heute ist wohl Tag der Geheimtipps. Franzi hatte mir eine Dachterrasse mit wunderschönem Ausblick empfohlen, die direkt in der Nähe sein sollte. Den Namen hatten wir: Terrazza Borromini. Aber auch nach mehrmaligem Vorbeilaufen finden wir sie nicht, bis ich schließlich ein Hotel entdecke, das angeblich auch eine Dachterrasse haben sollte – Treffer. Wir fahren mit dem Aufzug hoch und Franzi hat nicht zu viel versprochen. Zuerst werden wir mit den „billigen" Plätzen abgespeist, weil angeblich die anderen Plätze reserviert waren. Nach erneutem Fragen sitzen wir in der Sonne mit fantastischem Blick direkt auf die Basilika vor uns – die Reservierung war nämlich erst in über einer Stunde. Der Aperol kostet schlappe 25 Euro pro Person, der wohl teuerste Aperol, den ich je getrunken habe. Wir waren uns aber einig, dass wir auch beide 15 Euro allein für die Aussicht gezahlt hätten, also rechnen wir uns den überteuerten Preis schön. Man konnte quasi über ganz Rom blicken. Und das Streetfood-Tasting geht in die nächste Runde: frittierte Artischocke schmeckt ebenfalls super!
Unsere müden Füße tragen uns noch den Vittoriano hoch, ein großes Nationaldenkmal aus weißem Marmor – sehr prunkvoll. Auch hier hat man einen schönen Ausblick über Rom und vor allem kann man von dort aus noch einmal das Kolosseum sehen. Die letzten Sonnenstrahlen genießen wir bei einem Stück Pizza am Tiber.
Der letzte Abend bei Tonnarello
Zu viel essen wollten wir nicht, denn heute Abend wollen wir bei Tonnarello essen gehen. Selbst gemachte Pasta, Knoblauch-Focaccia und dazu eine große Flasche Hauswein, was will man mehr. Unsere deutschen Gewohnheiten kommen uns zugute: Während wir spontan einen Platz bekommen, beobachten wir von draußen, wie die Schlange zum späten Abend immer länger wird. Das hält uns nicht davon ab, eine zweite Flasche Wein zu bestellen, den letzten Abend müssen wir schließlich genießen.
Früh aufstehen für die Kuppel des Petersdoms
Richtung Flughafen müssen wir erst gegen 12 Uhr, also beschließen wir, die Zeit noch zu nutzen und auf die Kuppel des Petersdoms zu gehen. Das bedeutet früh aufstehen, so richtig früh. Ab 7 Uhr öffnet der Dom, um 5 Uhr klingelt der Wecker und pünktlich um 6 Uhr stehen wir in der Schlange, in der Hoffnung, der sonst vierstündigen Wartezeit und den riesigen Mengen an Touristen aus dem Weg zu gehen. Statt um 7 wird erst um zwanzig vor 8 geöffnet, vielleicht aber auch gar nicht so schlecht: Genau heute ist es super nebelig, die Kuppel des Doms kann man von unten gar nicht sehen.
Nach einer kurzen Besichtigung des prunkvollen Inneren geht es zahlreiche Stufen nach oben. Der Blick hätte sich sicher gelohnt – sofern man etwas gesehen hätte. Aber ein bisschen klart die Wolkendecke auf und irgendwie hat der Blick mit dem Nebel auch etwas Mystisches.
Um 9:30 Uhr macht sich das frühe Aufstehen durch ein Knurren unserer Mägen bemerkbar. Also gibt es ein letztes angemessenes Frühstück: Die Pizzeria, die wir uns herausgesucht hatten, öffnet um 10. Auf die Frage, ob man um 10 Uhr schon Pizza bestellen könne, bekommen wir ein bisschen zu schnell die Antwort „Na klar" und so wird extra für uns der Ofen angeschmissen und es gibt eine Frühstückspizza.
Und viel zu schnell sitzen wir wieder mit vollem Bauch in Flugrichtung Deutschland. Liebes Rom, ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
Was der Trip gekostet hat
Über die vier Tage haben wir alle Ausgaben zu zweit mitgerechnet:
Kosten für 2 Personen
Gesamt 1.497 €⌀ pro Tag 277 € für 2 Personen (139 € p. P.) · ohne Flüge
- Unterkünfte514 € · 34%
- Flüge389 € · 26%
- Restaurants286 € · 19%
- Getränke108 € · 7%
- Transport72 € · 5%
- AndereAktivitäten, Gebühren, Einkäufe128 € · 9%
Galerie
Q & A
Wie viele Tage sollte man für Rom einplanen?+
Wir waren vier Tage da und haben in der Zeit das Kolosseum, das Centro Storico, Prati, einen Park oberhalb der Stadt und den Petersdom geschafft. Restaurants hatten wir uns trotzdem viel zu viele herausgesucht für die wenigen Abende.
Wann sollte man zum Trevi-Brunnen?+
So früh wie möglich. Um halb 10 ist es schon unfassbar voll, aber immerhin kann man den Brunnen dann noch sehen.
Im Beitrag nachlesen: Centro Storico: Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen und Spanische TreppeWo hat man den schönsten Blick auf das Kolosseum?+
Mein Geheimspot ist die Via del Cardello. Am Ende der Gasse hat man einen wunderbar versteckten Blick auf das Kolosseum, ganz ohne die Menschenmassen. Auch vom Vittoriano aus sieht man es noch einmal sehr schön.
Im Beitrag nachlesen: Kolosseum: Gladiatoren, Menschenmassen und ein GeheimspotBraucht man in Rom öffentliche Verkehrsmittel?+
Uns hat es Spaß gemacht, Rom zu Fuß zu erkunden, man könnte ja sonst etwas von der traumhaften Stadt verpassen. Nur für den Park oberhalb der Stadt haben wir einmal einen Bus genommen.
Im Beitrag nachlesen: Über den Tiber nach Prati und hinauf zur Villa Doria PamphiljMuss man ins Museum, um den Innenhof des Chiostro del Bramante zu sehen?+
Nein. Das Museum kostet etwa 25 Euro pro Person, uns hat aber der Blick vom Café gereicht. Auf höfliche Nachfrage durften wir nur einen Espresso trinken und haben für 2 Euro den Ausblick auf den bunten Innenhof genossen.
Im Beitrag nachlesen: Tag der Geheimtipps: Tiramisu, Innenhof und DachterrasseLohnt sich die Dachterrasse trotz der Preise?+
Der Aperol kostet dort 25 Euro pro Person, der wohl teuerste, den ich je getrunken habe. Wir waren uns aber einig, dass wir auch beide 15 Euro allein für die Aussicht gezahlt hätten – man blickt quasi über ganz Rom.
Im Beitrag nachlesen: Tag der Geheimtipps: Tiramisu, Innenhof und DachterrasseWann sollte man zur Kuppel des Petersdoms?+
Wir standen um 6 Uhr in der Schlange, um der sonst vierstündigen Wartezeit und den Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Geöffnet wurde dann erst um zwanzig vor 8 statt um 7.
Im Beitrag nachlesen: Früh aufstehen für die Kuppel des PetersdomsWelche Restaurants und Bars kannst du in Trastevere empfehlen?+
Zum Essen Pasta e Vino und Tonnarello, beide mit fantastischer selbst gemachter Pasta. Zum Trinken die Bar San Calisto mit super günstigen Drinks to go und die Bar Santa Maria mit Blick auf die Piazza di Sant'Apollonia.
Im Beitrag nachlesen: Streetfood und Barhopping in TrastevereWeiterlesen

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