Janine BergmannJanine Bergmann
Zurück zum Blog
5. Mai 2026·6 Min. Lesezeit·ÄgyptenReiseTauchenOpen Water Diver

Mein PADI Open Water Diver im Roten Meer

Wie ich in Makadi Bay meinen Open Water Diver gemacht habe – von der ersten nervösen Minute unter Wasser über eine schlafende Riesenschildkröte bis zum bestandenen Tauchschein nach fast einer Stunde im Roten Meer.

Mein PADI Open Water Diver im Roten Meer
Inhalt+

Eine schlafende Schildkröte

Hassan macht das Handzeichen für eine Schildkröte und gibt uns dann zu verstehen, dass diese gerade schläft. Und da sehen wir sie: eine riesige Schildkröte, gefühlt so lang wie ich, die zwischen einigen Korallen verweilt und schläft. Auch wenn ich keine Kamera dabei habe, prägt sich dieses Bild in meinem Gehirn ein. Und schon dafür hat sich der Kurs gelohnt.

Warum der Tauchschein in Ägypten

Schon im letzten Florida-Urlaub war Philipp, der bereits einen Tauchschein hat, traurig, dass wir auf den Keys nur schnorcheln gehen konnten. Also heißt es für mich: dringend aufholen. Am liebsten hätte ich den Tauchschein sofort gemacht, aber in Deutschland ist er einfach doppelt so teuer und aufgrund der geringen Temperaturen auch nur von März bis Oktober möglich. Wofür ich hier fast 800 Euro zahlen würde, zahle ich in Ägypten 320 Euro und bekomme bei den Übungstauchgängen wesentlich mehr zu sehen als in Deutschland. Nicht, dass Deutschland keine schönen Plätze zu bieten hätte, aber die meisten Open-Water-Kurse werden zunächst in einem Tank absolviert. Nur die Freiwassertauchgänge finden in einem See statt. Warum das machen, wenn man auch die Möglichkeit hat, im Roten Meer zu tauchen?

Theorie im Wohnzimmer

Nachdem im Januar ein Resort in Ägypten gebucht war, das komplett von unseren sonstigen Urlauben abweicht, setzte ich mich direkt mit der Tauchschule an unserem Resort in Kontakt. Bei PADI ist es nämlich so, dass man die Theorie schon vorab zuhause lernen kann, um im Urlaub nicht die Zeit mit lästigem Lernen zu verbringen. Ich freue mich also darauf, endlich wieder etwas Neues zu lernen und stürze mich überaus eifrig in die verschiedenen Lektionen. Gerade im Winter hockt man ohnehin viel zu viel zuhause und ich nutze diese Zeit, um immer wieder eine Theoriestunde zu lernen. Hochmotiviert notiere ich mir alles, was ich für wichtig halte. Schließlich wird nicht nur am Ende jeder Lektion das Wissen geprüft, sondern am Ende steht auch eine Abschlussprüfung an. Aber keine Sorge, ich meine mich zu erinnern, dass man die Fragen so lange beantworten darf, bis man bestanden hat und es somit quasi keine Chance gibt durchzufallen. Genau die Art von Prüfung, die ich mag.

Der erste, wenig entspannte Tauchgang

Endlich im Mai kann auch die Praxis starten: Das IDive Makadi Bay liegt direkt an unser Hotel angrenzend. Gut, dass ich den Tauchkurs schon gebucht und angezahlt habe, denn mein erstes Mal unter der Wasseroberfläche fand ich nicht wirklich entspannt. Mein Tauchlehrer Hassan ist noch beschäftigt mit jemandem, der gerade seinen Open Water Diver abschließt und meine Aufgabe ist es, einfach nur unter Wasser zu warten. Gar nicht mal so einfach: Das gleichmäßige Atmen aus einem Sauerstofftank fällt mir schwer und meinen Auftrieb zu regulieren ebenfalls. Ehrlich gesagt bin ich also einfach nur damit beschäftigt, nicht zu sterben. Was zur Hölle war das, frage ich mich.

Erste Tiefe: 12 Meter

Ehrlich gesagt nicht besonders heiß darauf, meinen nächsten Tauchgang zu starten, warte ich nervös am Pool auf Philipp. Diesmal hat Hassan nur Zeit für mich und der zweite Tauchgang startet deutlich entspannter: Mit 7 kg Blei um den Bauch geht es das erste Mal auf 12 m Tiefe. Zuvor, außerhalb des Wassers, wurden mir sämtliche Handzeichen erklärt, ebenso wie meine Aufgaben und wie genau ich diese zu bewältigen habe: Krämpfe lösen, Abwurf von Blei im Notfall, Wechsel von Schnorchel und Atemregler. Ich bin gleich beruhigter, dass mir erklärt wird, was ich in Notfallszenarien zu tun habe.

Die Maskenübung

Die 18 m, die das Ziel des Open Water Diver sind, erreiche ich schon beim zweiten Tauchgang und lerne, meine Maske unter Wasser abzunehmen und voll geflutet wieder aufzusetzen. Ich gebe zu, das Stück ohne Maske schwimmen war definitiv nicht meine Lieblingsaufgabe, aber sehr hilfreich, um zu lernen, wie man eine vollgelaufene Maske unter Wasser wieder leer bekommt. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, wie oft ich das noch brauchen würde. Wenn man sich immer wieder Equipment leiht, muss man leider damit rechnen, dass dieses nicht immer passt.

Zwischen Wind, Navy und Hausriff

Hassan gibt sich Mühe, dass der Tauchgang nicht nur aus Aufgaben besteht, sondern man auch die tolle Unterwasserwelt kennenlernt. Bei uns gibt es ein Hausriff, an dem man eine wunderschöne Tour starten kann. Zum Glück, denn wir haben eine Woche mit sehr windigem Wetter erwischt und hier entscheidet die Navy darüber, ob Boote fahren dürfen oder nicht. Tatsächlich dürfen den Rest der Woche keine Boote mehr starten. Das Vergnügen, einen Bootstauchgang zu machen, bleibt mir also verwehrt. Aber das Hausriff kann man zum Glück nicht nur links, sondern auch rechts herum tauchen. Zwischendurch legen wir immer wieder einen Pausetag ein oder machen nur einen Tauchgang, in der Hoffnung, dass die Navy die Bootsfahrten bald wieder freigibt.

Oktopusse, Muränen und eiskalte Füße

Fasziniert bin ich von der Unterwasserwelt, noch beeindruckender finde ich aber Hassans Leidenschaft dafür und seine guten Augen: Aus der weitesten Entfernung entdeckt er einen gut getarnten Oktopus, den ich niemals bemerkt hätte, selbst wenn ich direkt darüber geschwommen wäre. Muränen und Feuerfische trifft man hier häufiger an. Die kleinen Blaupunktrochen, die sich gut auf dem sandigen Boden verstecken, kann ich mittlerweile ganz gut selbst erkennen. Das Wasser hat 24 Grad, aber ich friere, was das Zeug hält und kann am Ende das Zittern kaum unterdrücken. Jedes Mal komme ich völlig durchgefroren aus dem Wasser. Zum Glück hat Hassan Mitleid und für die letzten Tauchgänge bekomme ich ein paar Neoprensocken, ein echter Gamechanger. Anscheinend verliert man über die Füße unfassbar viel Wärme. Ganz netter Nebeneffekt: Die Flossen scheuern dadurch auch nicht mehr so schlimm.

Der letzte Tauchgang mit Philipp

Nachdem ich außerdem gelernt habe, wie man eine Warnboje aufbläst und einen Kompass bedient (was ich allerdings bis zu meinem AOWD schon wieder vergessen hatte), darf mich bei meinem letzten Tauchgang Philipp begleiten. Wir sind nur zu zweit, fantastisch. Eine solche Gelassenheit und Ruhe hat Hassan und durch den Blick, den er auf die Unterwasserwelt hat, fühlt es sich an, als würde man eine ganz andere Tour machen, obwohl man das Riff schon ein paar Mal gesehen hat. Mit einem Dive Buddy, den man kennt, zu tauchen, ist außerdem als Anfängerin viel entspannter.

Bestanden und der erste Fun-Dive

Mein Highlight, neben der riesigen Schildkröte vom Anfang und den Oktopussen, die sich in den Korallen verstecken, ist ein winzig kleiner Drachenfisch, der nur wenige Zentimeter groß war. Auf Deutsch wohl ein Flügelrossfisch, der schimmernde Flügelflossen hatte wie ein Drache.

Nach fast einer Stunde unter Wasser tauche ich überglücklich und mit bestandenem Tauchschein auf.

Gefeiert wird das am letzten und zugleich nächsten Tag mit meinem ersten Fun-Dive, einem Tauchgang, bei dem ich offiziell keine Schülerin mehr bin. Da ich zu dem Zeitpunkt noch keine eigene Unterwasserkamera hatte, konnte ich leider keinen meiner ersten Tauchgänge festhalten. Umso schöner, dass bei unserem letzten Tauchgang jemand mit einer Kamera dabei war. So bekomme ich einige Wochen nach unserem Urlaub wenigstens ein paar Bilder dieser wunderschönen Erlebnisse zugeschickt.

Der Entschluss steht fest: Eine eigene Action-Cam muss her.

Galerie

Start vom Hausriff des IDive
Clownfische beim ersten Fun Dive
Makrelen unter einem Boot mit Philipp

Q & A

Was kostet der Open Water Diver in Ägypten im Vergleich zu Deutschland?+

In Deutschland hätte ich fast 800 Euro gezahlt, in Ägypten waren es 320 Euro und bei den Übungstauchgängen bekommt man im Roten Meer wesentlich mehr zu sehen.

Warum den Tauchschein im Ausland statt in Deutschland machen?+

In Deutschland ist er nicht nur doppelt so teuer, sondern wegen der Temperaturen auch nur von März bis Oktober möglich. Die meisten Open-Water-Kurse starten dort außerdem im Tank und nur die Freiwassertauchgänge finden im See statt. Warum das machen, wenn man auch im Roten Meer tauchen kann?

Kann man die Theorie schon vor dem Urlaub lernen?+

Ja. Bei PADI kann man die Theorie vorab zuhause lernen, um im Urlaub nicht die Zeit mit lästigem Lernen zu verbringen. Am Ende jeder Lektion wird das Wissen geprüft und es gibt eine Abschlussprüfung. Die Fragen darf man aber so lange beantworten, bis man bestanden hat.

Wie tief taucht man beim Open Water Diver?+

Das Ziel des Open Water Diver sind 18 m Tiefe. Diese habe ich schon beim zweiten Tauchgang erreicht.

Wie kalt war das Wasser und was hat gegen das Frieren geholfen?+

Das Wasser hatte 24 Grad, trotzdem bin ich jedes Mal völlig durchgefroren aus dem Wasser gekommen. Ein echter Gamechanger waren ein paar Neoprensocken, anscheinend verliert man über die Füße unfassbar viel Wärme. Netter Nebeneffekt: Die Flossen scheuern damit auch nicht mehr so schlimm.

Weiterlesen

Mein PADI Open Water Diver im Roten Meer — Janine