Janine BergmannJanine Bergmann
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8. Juli 2023·19 Min. Lesezeit·Portugal·Travel Buddy: LauraReisePortugalSurfen

Von der ersten Welle bis an die Algarve – 17 Tage Portugal

Surfen lernen an der windigen Atlantikküste, Ausflüge nach Lissabon und zum Abschluss Buchten, Roller und Rooftop-Bars an der Algarve – 17 Tage zwischen Action und Erholung.

Von der ersten Welle bis an die Algarve – 17 Tage Portugal

Unsere Route auf einen Blick

Lissabon (Ausflug & Transit)Ericeira (4 Nächte)Santa Cruz (7 Nächte)Lagos (5 Nächte)1Ankunft · Tagesausflug2Vila Galé · Surf-Resort3Surfcamp · Surfen in Peniche4Algarve · Buchten & Roller

Ankunft in Lissabon, Surf-Resort in Ericeira, Surfcamp in Santa Cruz (Surfen in Peniche), zurück über Lissabon an die Algarve nach Lagos · Klammer = Nächte vor Ort · 16 Nächte / 17 Tage

Inhalt+

Abflug von Düsseldorf

Endlich am Flughafen angekommen wird erstmal geguckt, wo der Check-in ist, und fleißig angestellt, bevor der Schalter überhaupt offen ist – wie man das als guter deutscher Bürger so macht. Um 11:00 Uhr ist auch Lauri angekommen, um 11:30 Uhr startet der Check-in und um 14:00 Uhr hebt das Flugzeug ab.

Der Flug nach Lissabon

Nach 3 Stunden Flug hat die AirPortugal uns sicher in Lissabon abgesetzt. Gerade Zeit für einen Film. Neue Erkenntnis: die Portugiesen stehen auch auf, sobald das Flugzeug den Boden berührt.

Ankunft im Hotel

Nachdem wir schnell unsere Koffer hatten, ging es mit einer älteren Lehrerin im Privattaxi in Richtung Hotel. Nach etwa einer Stunde Fahrt und viel englischem Small Talk (mit Maria aus München) hatten wir unser Hotel erreicht. Dann die enttäuschende Nachricht: Abendessen erst um 19:30 Uhr. Also haben wir hungrig etwa zwei Stündchen das Hotel und den anliegenden Strand erkundet. Fazit: Leider kein Balkon, aber dafür zwei Pools direkt am Meer und ein direkt anliegender Strand. Auch nach der Strandbesichtigung war es noch nicht 19:30 Uhr, daher haben wir den niedlichen Ortskern auch noch besichtigt. Beim Buffet wurde sich anschließend feierlich überfressen, vor allem an Pommes. Schnell noch im Supermarkt eingekauft und dann wurde der Tag mit Skip-Bo beendet.

Ausflug nach Lissabon

Nach 3 Stunden und etwa 52 Stopps haben wir es mit Bus und Metro endlich nach Lissabon geschafft. Die heutigen Aktivitäten:

  1. Miradouro da Senhora do Monte – eine Aussichtsplattform mit Sicht auf ganz Lissabon und Castelo de São Jorge
  2. Praça do Comércio – großer Handelsplatz direkt am Wasser
  3. Time Out Market – kleiner Pizza-Stopp
  4. Pink Street
  5. Fahrt mit der Tram – dem Wahrzeichen Lissabons
  6. Wackelige Fahrt mit dem Tuk-Tuk zurück

Fazit: ein Tag Lissabon reicht uns und nicht unbedingt die schönste Hauptstadt Europas, aber dennoch einen Besuch wert. Die Portugiesen sind sehr freundlich und hilfsbereit, aber trotz Spanischkenntnissen verstehen wir kein Wort Portugiesisch. Vorm Abendessen wurde noch der Atlantik eingeweiht.

Pool- und Sporttag

Heute lassen wir es entspannt angehen. Nachdem wir uns beim Frühstück Grundkenntnisse in Portugiesisch angeeignet haben, wurden wir zum Aqua Fitness im Pool animiert. Wie man sieht, war eine geeignete Position, um ein Buch zu lesen, doch recht anstrengend zu finden. Nach ein paar „Bahnen" im „nur" 10 m langen Pool haben wir das Gym erkundet – was ein Wunder, keiner da bei dem Wetter, aber irgendwie müssen die Pommes ja abtrainiert werden. Auch Lauri hat danach den Atlantik eingeweiht. Hungrig musste wieder die Zeit bis zum Abendessen vertrieben werden. Feedback zum Essen: heute definitiv viel zu viel Fisch, aber generell viel Auswahl, hochwertiges Essen, freundliches Personal und viel Vegetarisches. Zuletzt wurden die windigen Küsten Ericeiras bei einem portugiesischen Bier erkundet und ich habe bei einem Schmuckstand in der Innenstadt noch ein wenig Geld gelassen.

Pool- und Sporttag Teil 2

Heute Morgen hat der Tag etwas nebelig gestartet, aber dennoch warm genug für den Pool. Auf die Worte „Pédalo, Pédalo" wurde beim Aquafitness fleißig im Pool gestrampelt. Auch heute ging es um die Mittagszeit ins ginásio, aber erst zum supermercado – unser Portugiesisch wird besser. Auch der Sauna und dem Indoor-Pool haben wir kurz einen Besuch abgestattet. Laura hat schon mit Sonnenbrand zu kämpfen, daher müssen stylische Alternativen geschafft werden. Danach muss wieder hungrig die Zeit bis zum Abendessen überbrückt werden. 19:30 Uhr ist einfach zu spät … Auch Lauri ist der Ring nicht aus dem Kopf gegangen und es wurde fleißig verhandelt. Beim Spielen hört für Lauri der Spaß auf, bei +2 wird eine ernste Miene aufgesetzt, aber ein Sangria kann den Ernst der Lage retten.

Aufbruch ins Surfcamp

Heute ist der letzte Tag in Ericeira. Nach einem gemütlichen Frühstück werden die Koffer gepackt und der Tag wird am Pool verbracht, auch heute wird wieder fleißig am Pool rumgegammelt, bis um 15:00 Uhr das Taxi kommt. Skeptisch entlässt uns der Taxifahrer in the „middle of nowhere" – aber wir sind richtig am Cliff Surfhouse in Santa Cruz. Zuerst müssen ein bisschen die Hemmungen überwunden werden, um Englisch zu sprechen, und bis zum Abendessen muss sich kurz eingelebt werden. Von Miguel, dem Surfcoach, wird uns kurz das Haus mit Pool, Gemeinschaftsraum, eigenem Gemüsegarten und Farm gezeigt und die zwei Schafe (eins davon hieß Karen) und Babyziegen werden uns vorgestellt.

Nach einem kleinen Briefing bei einem Sangria, aber spätestens bei der Lasagne und bei einem (oder mehr) „Super Bock"-Bier ist das Eis gebrochen. Auch wenn die Deutschen überwiegen, haben wir eine very international group – zwei Niederländerinnen, zwei Italiener, zwei Polen, eine Irländerin, eine Österreicherin, eine Schweizerin, eine Luxemburgerin und eine Norwegerin. Alle sind super sympathisch und wir sind auf die morgige erste Surfstunde gespannt. Der Biervorrat des Surfcamps wurde bereits am ersten Abend gekillt. Was wir heute gelernt haben: Wenn die Polen betrunken sind, sprechen sie Deutsch, um den Anschein zu erwecken, sie wären Deutsche.

Erste Surfstunde

Nach dem Frühstück wurde der passende Wetsuit ausgesucht – definitiv eine Challenge, sich dort reinzuquetschen. Danach gab es die erste Surftheorie-Stunde. Folgende wichtige Sachen haben wir gelernt:

  1. Es gibt einen RIP Current, der dich raus ins Meer treibt, und man sollte möglichst schnell nach links oder rechts kommen, um diesem auszuweichen.
  2. Die Ebbe ist viel besser zum Surfen, da es nicht so tief ist und man somit ins Meer laufen kann, statt zu paddeln.
  3. Wir haben gelernt, wie man aus einer Wetter-Surfapp die besten Bedingungen rausliest (Windrichtung, Wellenrichtung, Wellenabstand).
  4. Zum Surfen brauchen wir Offshore-Wind – bedeutet vom Land in Richtung Ozean, damit die Wellen größer sind.
  5. Der hintere Surfer hat immer Vorrang – alle anderen müssen aus dem Weg.

Nach einem kleinen Mittagssnack wird die Theorie in die Praxis umgesetzt. The goal for today: „Catch the wave, catch the wave, catch the wave". Grün oder blau im Gesicht sind wir nicht, weil wir die neue Hauptrolle bei Shrek oder Avatar spielen, sondern weil Zink deutlich besser als Sonnencreme hält und wir somit einen Sonnenbrand vermeiden können. Die erste Aufgabe war lediglich zu paddeln, die Welle zu erwischen und liegend die Balance zu halten. Nach einer kurzen Pause haben wir zuerst am Land geübt, wie man in vier Schritten rein theoretisch aufstehen würde. Danach ging es ans Üben. Mehr schlecht als recht haben wir es beide geschafft aufzustehen, aber surfen kann man das noch nicht nennen.

Völlig fertig geht es im Surfhouse wieder angekommen zum nächsten Tischtennis-Spiel, aber sowohl die italienischen Regeln als auch die polnischen Regeln sind anders als die deutschen – Laura hat durchgeblickt, aber ich habe nach 90 Minuten noch nicht verstanden, wann ich den Platz wechseln muss – vielleicht liegt es auch am Hunger. Laura bleibt mit ein paar Leuten am Camp und erklärt Skip-Bo, ich unternehme einen kleinen Verdauungsspaziergang. Abends bekommen wir alle ein paar italienische Tanzschritte beigebracht. Die Italiener sind ebenfalls die ersten Menschen, die ich kenne, die beim Macarena mitsingen können.

Surfing, Skating, Sunset and Sushi

Heute ging es direkt nach dem Frühstück los. Da die Wellen in Santa Cruz zu groß sind, steht eine 45-Minuten-Fahrt nach Peniche an. Heute komplett andere Bedingungen, die Wellen sind viel kleiner, aber das heißt nicht, dass es einfacher ist. Heute ist es schon anstrengend, das Surfbrett überhaupt an den Strand zu bekommen. Es ist leichter, aus dem Wasser rauszukommen als gestern, aber die Wellen brechen härter, also ist die heutige Challenge, das Board nicht ins Gesicht zu bekommen. Nachdem wir ein bisschen selbst die Wellen abgepasst haben, hat unser Surflehrer Alfonso den perfekten Moment der „Green Wave" abgepasst, sodass wir die Chance hatten, uns hinzustellen – wackelig, aber es hat funktioniert. Die heutige Surfstunde hat uns knappe 800 Kalorien gekostet. Gestern sogar 1.300! Was wir heute am Strand gelernt haben: Das einzige Wort, was den Polen nach 13 Jahren Deutsch in der Schule in Erinnerung geblieben ist, ist „Staubsauger".

Heute steht noch viel Programm an, kaum am Haus angekommen geht es wieder los in die Surfboard-Shapery, wo wir Stück für Stück erklärt bekommen, wie ein Surfbrett hergestellt wird. Anschließend verstehen wir, warum ein Surfbrett so teuer ist und warum es schon mal 5/6 Monate dauern kann, bis das Surfbrett fertig ist. Direkt danach geht es zum Surfskate – meiner Meinung nach noch wackeliger als surfen. Nachdem wir bei einem Bier versuchen, den Sonnenuntergang zu erahnen, da es bewölkt ist, gibt es endlich Sushi. Am Ende des Abends beherrschen wir die Anwendung der drei wichtigsten Gesten in der italienischen Zeichensprache.

Videoanalyse und Dinner Out

Nach dem anstrengenden Tag gestern ist es heute schon schwer, in den Wetsuit zu kommen. Der Tag startet still. Im Auto wird nicht viel gesprochen und auch in der Surfstunde nicht, alle treiben eher wie Robben auf den Surfbrettern rum. Zum Muskelkater kommen einige blaue Flecken, schmerzende Knöchel und Hüften dazu. Obwohl der heutige Tag bisher der unanstrengendste war, schaffen wir es trotzdem nur noch auf die Poolliegen, ohne Ambitionen, sich noch groß bewegen zu wollen. Am heutigen Tag wurde viel gefilmt, da nachmittags eine Videoanalyse von jedem stattfand. Es gab viel zu lachen und viel zu korrigieren. Wir sind optimistisch, dass es morgen besser läuft. Die Surf-Skills sind dem letzten Video zu entnehmen. Abends steht ein Dinner in einem portugiesischen Restaurant an und schon wieder sind wir von der portugiesischen Gastfreundschaft und Mentalität beeindruckt.

Messy Waves Today

Gut gestärkt nach dem Frühstück geht es auch heute wieder früh los zum Strand. Auf der Südseite in Peniche war heute zu wenig Wind. Daher sind wir auf die Nordseite gefahren. Heute herrscht Onshore-Wind, heißt von Meer zur Küste, somit haben wir heute „White Waves", die schon gebrochen sind. Die Wellenverhältnisse heute sind chaotisch und kurz getaktet. Vor der Surfstunde muss sich immer schön aufgewärmt werden. Die Videoanalyse hat aber geholfen und es gelingt uns nach dem Kampf im Wasser einige Male bis zum Strand zu surfen.

Heute wird nach der Surfstunde bei einem Foodtruck angehalten – die Optionen fraglich, aber immerhin günstig. Danach brauchte der Dacia kurze Starthilfe – aber die Autos hier haben auch nur schlappe 300.000–400.000 km runter … Heute Mittag steht nur ein kleines Stretching an, hoffentlich hilft dieses für die morgige Surfstunde. Auch heute Abend steht ein Dinner-Out an, bis dahin wird sich die Zeit am Pool oder bei einem Tischtennis-Match vertrieben. Das Dinner heute war leider bei Weitem nicht so gut wie gestern. Es kam nicht nur kalt an, sondern war auch von der Menge her für hungrige Surfcamper nicht ausreichend.

Letzter Tag Surfen

Heute ist der letzte Tag Surfen angesagt. Auch heute wieder in Peniche, aber wieder recht wenig Wellen. Heute klappt es bei allen ganz gut, eine Woche Übung hat sich ausgezahlt und unser Ziel, 10 Sekunden auf dem Board zu stehen, haben wir denke ich beide ganz gut gemeistert. Mal gucken, ob wir morgen auch unser Ziel erreichen können, ein schönes Surfbild zu bekommen. Auch heute wird wieder an den Food Trucks angehalten – der Burger und das Brot dort sind besser als das Essen gestern. Für den Rest des Tages steht kein Programm mehr an – also Zeit für einen Aperol am Pool. Abends wird gegrillt, alles mit frischem Gemüse und Früchten aus eigenem Anbau. Um 22 Uhr wird noch Kuchen und Espresso getrunken. Ganz langsam gewöhnt sich unser Körper an die portugiesischen Essgewohnheiten.

Bei einer abendlichen Runde Bierpong werden an jedem Tisch andere Regeln gespielt – die portugiesischen sind die strengsten. Running Gag der Woche: „einen Polnischen machen" ist kein Vorurteil, sondern hat sich durchweg bestätigt. Die Polen sind immer die ersten, die gehen oder den Tisch verlassen, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Die beiden können selber darüber scherzen, da sie sich dessen durchaus bewusst sind. Weitere Feststellung: Die Italiener sind definitiv die größten Patrioten, sie lieben ihre Musik, ihr Essen und ihre Getränke. Bei einem Cappuccino nach 12 Uhr oder einer Cola zum Essen gibt es einen kritischen Blick, gefolgt von der typischen Handgeste (bedeutet: „Was?" oder „Warum?").

Letzter Abend

Spontan habe ich mich heute für die extra Surfstunde entschieden. Heute geht es erst um 13:30 Uhr los, also noch genug Zeit, um sich nach dem Frühstück doch mal den Strand in Santa Cruz anzugucken. Leider zu kalt und zu windig, um schwimmen zu gehen, aber die Strände hier sind wunderschön. Diese Woche sind wirklich schlechte Bedingungen zum Surfen, normal wird im Sommer immer in Santa Cruz gesurft, aber diese Woche ist es dort einfach zu windig. Zwei Stunden verbringen wir auf der Suche nach einem geeigneten Strand und steigen immer wieder aus und checken die Wellen, um sich dann doch wieder für den gleichen Strand wie am Vortag zu entscheiden. Noch weniger Wellen als gestern, also so richtig hat sich die extra Surfstunde nicht gelohnt. Laura verbringt währenddessen einen entspannten Tag am Haus. Bevor es ein leckeres Curry gibt, werden noch gemeinsam die Bilder der Woche angeschaut. Das ein oder andere gute Surfbild ist doch entstanden. Heute geht es für alle recht früh ins Bett, jeder ist k.o. von der Woche und für viele steht noch eine lange Reise morgen an.

Fazit der Woche: Das Surfen macht, auch wenn es sehr anstrengend ist, super Spaß. Es war sehr interessant, andere Kulturen kennenzulernen, und auch wenn es anstrengend war, hoffe ich, dass unsere Englisch-Skills am Ende der Woche etwas besser geworden sind. Super leckeres Essen und viele interessante Leute, aber wir freuen uns doch beide, dass die actionreiche Woche um ist und es nur noch zu zweit weiter an die Algarve geht. 5833 Kalorien wurden nur durchs Surfen verbrannt.

Aufbruch zur Algarve

Heute gab es zum Frühstück Crêpes. Danach wurde abgerechnet, alles unter 300 € an Getränken und Verzehr für die Woche ist noch gut. Nachdem sich alle verabschiedet haben, hat Alfonso uns zum Flughafen gebracht. Als wir uns auch dort von den beiden Polen und der Schweizerin verabschiedet haben, ging es in Richtung Metro, auf nach Oriente. Von dort aus geht es mit dem Flixbus nach Lagos. Der Flixbus ist pünktlich, 14:29 Uhr werden die Türen geschlossen und es geht los – wir sind erstaunt. Der Busfahrer hat noch kurz, aber deutlich gesagt, dass Essen im Bus verboten ist. Wir haben dies eher als Empfehlung gesehen und munter unsere Oreos gefuttert. Nach etwa drei Stunden Fahrt hält der Busfahrer mitten auf der Autobahn rechts an, marschiert nach hinten und fordert jemanden auf, sofort den Bus zu verlassen, weil Essen im Bus verboten ist. Der Busfahrer macht ernst und lässt den Mann ohne Diskussion einfach am Seitenrand mitten im Nirgendwo stehen – wir sind schockiert und realisieren, wie viel Glück wir hatten, dass unser kleiner Regelbruch übersehen wurde.

Nach vier Stunden Fahrt und 25 Minuten auf und ab laufen über Kopfsteinpflaster kommen wir endlich mit unseren Koffern in unserem neuen Hotel an. Auf den ersten Blick super schön und historisch. Nur schnell eingecheckt geht es hungrig in die Stadt und erstmal wird endlich eine Pizza gegessen. Danach werden einige Schmuckstände, die Innenstadt und die ersten Buchten erkundet. Endlich können wir ohne dicken Pulli und ohne zu frieren abends herumlaufen und wir sind auf den ersten Blick sehr begeistert von Lagos.

Auf zum Aquapark

Nach dem Frühstück entscheiden wir uns spontan, zum Aquapark zu fahren. Mit dem Bus wieder eine Tortur. 25 Minuten zu Fuß zum Bahnhof in Lagos, über eine Stunde Fahrt und in Lagoa angekommen noch mal über 30 Minuten laufen. Wir wählen definitiv immer den Weg, den kein anderer wählt, und heute mussten wir dafür sogar über einen Zaun klettern. Nach über 15 Rutschen und einer Pommes machen wir uns auf den Rückweg. Dieses Mal mit einer anderen, hoffentlich besseren Busverbindung, wo wir deutlich näher am Aquapark einsteigen können. Beim Umstieg hatten wir Glück, da so gut wie jeder Bus viel zu spät kam und wir somit nicht eine Stunde auf einen Anschlussbus warten mussten. Busfahren ist hier ähnlich wie in Büderich: vielleicht kommt ein Bus, vielleicht auch nicht, aber garantiert nicht zu der Zeit, die auf dem Plan steht, wenn es überhaupt einen solchen gibt. Auf dem Rückweg durch die Innenstadt wurde ein Zwischenstopp beim Italiener eingelegt – zwei mal Pizza hintereinander für mich doch kein Problem. Danach sind wir nur noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen, um Aktivitäten für die nächsten Tage zu klären.

Strandtag

Nach einem Frühstück mit einem fantastischen Nutella-Kuchen musste daran gearbeitet werden, die Surfer-Tanline (nur braune Hände und Füße) etwas verschwinden zu lassen. Dazu ging es 224 Stufen runter (später natürlich auch wieder hoch) zu einer wunderschönen kleinen Bucht. Leider etwas voll, aber dennoch sind die Strände hier traumhaft schön. Etwa 10 mal wurde sich ein neuer Platz gesucht, da das Wasser immer näher kam oder man nicht mehr im Schatten lag, wie man wollte, dies hat uns jedoch nicht vom Unospielen abgehalten. Die Frau, die das Bild von uns beiden gemacht hat, kam witzigerweise aus Bocholt. Nach unserem Strandaufenthalt ging es zurück zum Hotel. Frisch geduscht und natürlich wieder hungrig ging es in die Stadt. Drittes Mal in Folge zum Italiener – heute wurde mal der rote Sangria ausgetestet. Danach waren wir weiter auf Schmucksuche, Laura ist fündig geworden, aber ich muss morgen wohl nochmal in die Stadt.

Kajaktour & Rooftopbar

Heute gab es enttäuschenderweise keinen Nutellakuchen zum Frühstück. Dennoch gestärkt und nach einem kleinen Umweg haben wir es um 09:15 Uhr zum Hafen geschafft. Um 09:30 Uhr ging die gebuchte Kajaktour los. Obwohl es so früh morgens war, waren schon einige Boote unterwegs und es war recht voll. Der Strand, an dem wir gestern waren, heißt Praia do Camilo (Kamelstrand), da eine Felsformation vom Wasser aus so aussieht, als würde ein riesiges Kamel am Strand liegen. In den Höhlen waren Laura und ich eher damit beschäftigt, bloß nicht die Wände zu berühren, denn je genauer man hinguckt, desto mehr Krebse konnte man sehen und gefühlt hat sich die ganze Wand bewegt. Nach einem kleinen Sprung ins Wasser ging es von einem Motorboot gezogen zurück zum Hafen. In der Stadt wurde ein Burger-Stopp eingelegt, danach ging es an den niedlichen Pool unseres Hotels. Alle 10 Minuten musste man ins Wasser, zu heiß, um Musik zu hören, zu hell, um zu lesen, zu warm, um sich zu bewegen. Um vier ging's unter die Dusche und anschließend in die Stadt.

Nach dem Essen wurde uns die Dessertkarte geliefert – ganz oben Käsekuchen, also beschlossen wir, uns ein Stück zum Nachtisch zu teilen. Ein Bissen reichte, um festzustellen, dass es sich um den scheußlichsten Käsekuchen, den wir je gegessen hatten, handelte. Leider konnten wir dies auch vor den Kellnern nicht leugnen. Auch wenn der Kellner den Käsekuchen tatsächlich nicht berechnet hatte, haben wir ihn bezahlt. Nach dem Essen haben wir eine coole Rooftop-Bar mit wahnsinnig leckeren Frozen Daiquiris gefunden. Anschließend haben wir noch eine Runde Qwixx bei uns auf dem Balkon gespielt.

Letzter Tag

Wieder gut gestärkt durch Nutella-Kuchen geht es mit einem kleinen Spaziergang zum Rollerverleih. Für den heutigen Tag haben wir uns einen Roller gemietet. Zuerst geht es ins nur 8 km entfernte Luz. Nach einem kleinen Zwischenstopp haben wir schon alles von der Stadt gesehen, was man sehen muss, und entscheiden uns doch für die 30-km-Tour Richtung Sagres, einer der westlichsten Städte Europas. Schon auf dem Roller merken wir, dass es immer kälter und windiger wird. Knappe 10 Grad weniger und kalter Wind halten uns auch davon ab, sich dort lange aufzuhalten. Kurz wird die eher hässliche Festung Sagres besichtigt, um dann festzustellen, dass es doch nicht ganz „DER" westlichste Punkt Europas ist – aber ein westlicher Punkt reicht uns. Laut Wetterapp soll es Windstöße von bis zu 49 km/h geben (fühlte sich aber noch mehr an). Heißt für uns, nicht lange überlegen und rauf auf den Roller in die nächste Stadt: Burgau. Diesmal haben wir Glück, traumhaft schöner Strand und die Straßen sehen ein bisschen aus wie die in Santorini. In einem kleinen Café mit super freundlicher Bedienung machen wir eine kleine Pause und genießen einen leckeren Milchshake und Eiscafé und ich noch ein Avocadotoast. Ein letztes Mal wird sich in die portugiesische Sonne gelegt, Laura etwas versteckter. Wenn man auf dem letzten Bild ganz genau hinguckt, findet man Laura, die sich den einzigen Schattenplatz am Strand gesucht hat.

Zum Abschluss des letzten Abends warten wir fast eine Stunde für ein italienisches Restaurant – aber Essen erst um 20 Uhr sind wir ja jetzt am Tag 16/17 gewöhnt. Zur Überbrückung der Wartezeit gibt es hier sogar einen Prosecco aufs Haus. Bei einer Runde Kniffel lassen wir unseren letzten gemeinsamen Abend ausklingen.

Lange Abreise

Heute steht uns ein langer Abreisetag bevor. Unauffällig konnten wir im Hotel noch Nutella-Kuchen als Proviant entwenden. Pünktlich um 9:00 Uhr steht der Shuttle bereit und bringt uns nach Faro zum Airport. Leider steht uns, bevor es nach Düsseldorf geht, noch ein Inlandsflug von Faro nach Lissabon bevor. Tatsächlich war ein Inlandsflug die günstigste Option und nur so geht die gesamte Reise reiserechtlich als Pauschalreise durch. Nach etwa 45 Minuten Flug muss ab 14:00 Uhr die Zeit am Flughafen totgeschlagen werden. Die Auswahl des Flughafenessens ist nicht gerade berauschend, aber uns bleibt Zeit für ein Fazit der Reise:

Die „lange" Zeit von 17 Tagen in Portugal haben wir mit einer guten Mischung aus Action und Erholung rumgekriegt. Beide haben neue Energie für den neuen Job gesammelt und konnten sich mal richtig vom Alltag erholen. Als Surfdestination würden wir Portugal definitiv weiterempfehlen, traumhafte Strände und Wellen – beide sind angeteasert vom Surfen und möchten es definitiv nochmal probieren. Trotz der schönen Strände war es uns an der ein oder anderen Ecke zu windig und zu kalt – für einen klassischen Strandurlaub vielleicht nicht ganz das Richtige. Mit unserer Hotelauswahl waren wir sehr zufrieden, aber sowohl in Ericeira als auch in Lagos reichten uns die fünf Tage, um den Ort zu erkunden. In Ericeira war die Lage direkt am Strand, Pool direkt am Meer und der kleinen Stadt top, aber sehr einheimisch und ohne Mietwagen uns ein bisschen zu ruhig. In Lagos hätten wir ein bisschen näher am Strand und an der Innenstadt sein können, aber der Charme des Hotels hat alles wieder gutgemacht. Bus fahren in Portugal macht definitiv keinen Spaß – aber wir haben die Portugiesen größtenteils als sehr freundlich und hilfsbereit kennengelernt, nur selten gab es bei den Kellnern ein Augenrollen wegen fürchterlichem Käsekuchen. Ein bisschen enttäuscht sind wir darüber, dass wir nirgendwo Profis auf dem Surfbrett gesehen haben. An die Essgewohnheiten mit Abendessen erst nach 21:00 Uhr können wir uns definitiv nicht gewöhnen. Fazit zum Surfcamp selbst gab es ja schon. Auch die schönste Reise geht zu Ende und um 22:30 Uhr sind wir in Düsseldorf gelandet. 23:25 Uhr, wir haben unsere Koffer, es geht nach Hause!

Galerie

Küste in Ericeira
Frühstücksbuffet im Hotel
Lissabon
Historische Straßenbahn in Lissabon
Farm des Cliff Surf House
Pool am Cliff Surf House
Surfskaten in der Nähe vom Cliff Surf House
Aperol am Cliff Surf House
Praia do Pisão
Kajaktour in Lagos
Praia do Camilo in Lagos

Q & A

Für welches Level eignet sich das Surfcamp?+

Perfekt für Anfänger. Wir sind ohne Vorerfahrung gestartet: Zuerst wird der passende Wetsuit ausgesucht, dann gibt es eine Theoriestunde (Rip Current, Ebbe und Flut, Offshore-Wind, wie man die Wellen liest und wer Vorfahrt hat), bevor es ins Wasser geht. Am Anfang übt man nur das Paddeln und das Liegen auf dem Board, dann das Aufstehen – erst an Land, dann in der Welle. Nach einer Woche Übung haben wir beide unser Ziel erreicht, ein paar Sekunden auf dem Board zu stehen. Zum Profi wird man in der Woche nicht, aber die Grundlagen sitzen.

Wann gibt es in Portugal Abendessen?+

Deutlich später als bei uns. Im Hotel gab es erst um 19:30 Uhr Abendessen, in den Restaurants an der Algarve oft erst ab 20 oder 21 Uhr. Für uns hieß das regelmäßig, die Zeit zwischen Nachmittag und Essen hungrig zu überbrücken – an diese Essgewohnheiten haben wir uns bis zum Schluss nicht ganz gewöhnt.

Kommt man ohne Mietwagen durch Portugal?+

Es geht, macht aber wenig Spaß. Busfahren war für uns eher eine Tortur: lange Fußwege zur Haltestelle, Umstiege und Busse, die selten pünktlich – oder überhaupt – kommen. Zwischen den Orten, von Ericeira über Lissabon nach Lagos, sind wir mit Metro und Flixbus gefahren. Gerade in Ericeira war es uns ohne eigenes Auto ein bisschen zu ruhig. Wer flexibel sein möchte, ist mit einem Mietwagen (oder für kurze Strecken einem Roller) klar besser dran.

Was kann man an der Algarve neben dem Strand machen?+

Einiges. Wir waren im Aquapark, haben eine Kajaktour zur Praia do Camilo mit ihren Höhlen gemacht und uns einen Roller gemietet, um Luz, das windige Sagres und das hübsche Burgau anzufahren. Abends lohnt sich eine Rooftop-Bar in Lagos mit Frozen Daiquiris. Und natürlich sind die Buchten selbst – oft über viele Treppenstufen erreichbar – ein Erlebnis für sich.

Was ist im Surfcamp inklusive?+

Bei uns waren die Unterkunft im Cliff Surfhouse (mit Pool, Gemeinschaftsraum, eigenem Gemüsegarten und kleiner Farm), Frühstück und Abendessen sowie die Surfstunden dabei – inklusive Wetsuit, Surfboard, Transport zu den Surfspots (bei zu viel Wind auch mal 45 Minuten nach Peniche) und einer Videoanalyse. Dazu kamen kleine Extras wie ein Besuch in der Surfboard-Shapery und eine Surfskate-Session. Getränke wie Bier und Sangria wurden separat abgerechnet, und eine zusätzliche Surfstunde konnte man dazubuchen.

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Von der ersten Welle bis an die Algarve – 17 Tage Portugal — Janine